Eröffnung Jenaer Zentrum für Romantikforschung

„Ich producire am meisten im Gespräch, und dies fehlt mir hier ganz.“ 


(Friedrich von Hardenberg am 24.02.1798 im Brief an August Wilhelm Schlegel) 


Die Notwendigkeit des verantwortungsbewussten und -wahrnehmenden wissenschaftlichen Austauschs, in und mit der Gesellschaft, sind von hoher Aktualität. Gespräch, Kommunikation, gemeinsames Wirksamwerden von Wissenschaft und Kultur sind auch und gerade heute so, wie Novalis es fordert, entscheidender Bestandteil sowohl von Erinnerungskultur als auch im Prozess des Wahrnehmens heutiger, in die Zukunft tragender gesellschaftlicher Verantwortung. 
 
In diese Vernetzung von aktueller gesellschaftlicher, wissenschaftlicher und kulturhistorischer Zielsetzung ordnet sich die 

 

Eröffnung des neuen Zentrums für Romantikforschung der Universität Jena 

 

konsequent und nachdrücklich ein. 

 

Am 11. November 2025 fand sie im großen Rosensaal der Friedrich-Schiller-Universität Jena statt. 

Für die Internationale Novalis-Gesellschaft durfte ich als ihre Präsidentin – wie auch zahlreiche weitere Gäste aus dem Bereich der Romantikforschung und der Universität Jena – teilnehmen. 
 
Das neue Zentrum für Romantikforschung setzt zwei Forschungsprojekte der Jahre 2010-2024 fort und baut vertiefend und erweiternd auf ihnen auf. Seit 2010 besteht die Forschungsstelle Europäische Romantik an der Universität Jena und von 2015 bis 2024 war das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderte Graduiertenkolleg »Modell Romantik« dort beheimatet. 

Frau Prof. Kerschbaumer, gemeinsam mit Frau Dr. Hochkirchen, Herrn Prof. Grave und Herrn Dr. Hühn zum Gründungs- und Leitungsteam der neuen Forschungseinrichtung gehörend, beschreibt das Anliegen des neuen Zentrums mit folgenden Worten: „Mit der Gründung des Zentrums für Romantikforschung wollen wir einen Ort des Austauschs schaffen, an dem innovative und interdisziplinäre Gesprächs- und Forschungszusammenhänge entstehen, die auch über die Universität hinaus in die Gesellschaft wirken.« (https://www.uni-jena.de/371767/jenaer-zentrum-fuer-romantikforschung)
Verbundforschung auf internationaler Ebene, Kooperation mit Kulturinstitutionen und Integration in die Lehrtätigkeit werden dabei ebenso wie besondere kulturelle Angebote die Arbeit des Zentrums prägen. Schillers Gartenhaus und das Goethe-Laboratorium werden, so das Konzept des Zentrums, tragende Säulen seiner Tätigkeit werden. 

Diese konzeptionellen Gedanken, vorgetragen von den Begründerinnen und Begründern des Zentrums und eingebettet in ein beeindruckendes Vortragsprogramm und das Grußwort des Präsidenten der Universität Jena, Prof. Marx, ließen den Eröffnungsabend des Zentrums zu einem besonderen und unvergesslichen Erlebnis werden. 
Der Festvortrag wurde von Frau Prof. C. Grewe (Indiana University in Bloomington, USA, und z.Z. erste Fellowship-Inhaberin des Jenaer Zentrums für Romantikforschung) mit dem Titel „Formen des arabesken Denkens und Gestaltens“ gehalten. Der Weimarer Pianist Daniel Heide bezauberte mit einem musikalischen Vortrag zu „Brahms, Schumann, Widmann. Romantische Kompositionen und ihre Verbindung zur neuen Musik“. Der Jenaer Künstler Robert Krainhöfner war mit zwei Lichtinstallationen „Lichtsäulen“ vertreten. 
 
Weitere Informationen auf der
Homepage des neu eröffneten Zentrums.
 
 
Mit der Eröffnung der Jenaer Zentrums ist ein weiterer, guter Schritt zur Vertiefung der Zusammenarbeit zwischen der ING und der Romantikforschung der Universität Jena gegangen. 



Ad bonam et prosperam cooperationem! 


17. Dezember 2025
Wie können wir heute Impulse zur Stärkung unserer Demokratien setzen? Benno Herz, Programmdirektor des Thomas Mann House Los Angeles, zur Ausstrahlung der multimedialen Reihe „55 Voices for Democracy“ des Thomas Mann House 2025 (https://www.deutschland.de/de/topic/kultur/thomas-mann-house-videos-und- podcasts-voices-for-democracy) Aufgabe und Verpflichtung der Internationalen Novalis-Gesellschaft - auch und gerade heute und in der Tradition Novalis’ Liebe Mitglieder, sehr verehrte, liebe Freunde, Förderer und Kooperationspartner der Internationalen Novalis-Gesellschaft, mit diesem Brief gehen die allerbesten Grüße und die herzlichsten Wünsche für ein gesundes und erfolgreiches Jahr 2026 an Sie alle. Möge es Frieden bringen, erhalten, festigen – überall auf der Welt! Wir danken Ihnen allen für Ihre aktive Teilnahme, Begleitung und Unterstützung der Arbeit der Novalis-Gesellschaft im ablaufenden Jahr. Es war ein Jahr, das für die Novalis-Gesellschaft viele Herausforderungen, neue Überlegungen und wichtige Schritte in sich barg. Wenn es gelang, diesen Weg zu gehen, dann ist dies in ganz besonderem Maße mit Ihrer aller aufmerksamer und vielgestaltig inspirierender Begleitung und Unterstützung der Tätigkeit des Präsidiums der Gesellschaft verbunden. Hierfür danken wir Ihnen und hoffen, auch für das Jahr 2026 weiter darauf zählen zu dürfen. Erlauben Sie mir einen Rückblick auf besondere Schwerpunkte in der Arbeit der Gesellschaft im Jahr 2025. Zu einem ganz besonderen Höhepunkt im ablaufenden Jahr gestaltete sich – wie gute Tradition – das Mitgliedertreffen der ING im Mai, eingeleitet durch die Verleihung des Novalis-Preises 2025, ausgelobt durch die Internationale Novalis-Gesellschaft, die Stiftung „Wege wagen mit Novalis“ (Forschungsstätte für Frühromantik) und die Friedrich-Schiller-Universität Jena, Forschungsstelle Europäische Romantik . Im Zweijahresrhythmus werden mit dem Preis herausragende Forschungen junger Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zur Romantik und ihren Wirkungen ausgezeichnet. Am 2. und 3. Mai 2025 fand an der Universität Jena, im wunderbaren Ambiente der ehrwürdigen Alma Mater (im Senatssaal und den Rosensälen), das diesjährige Kolloquium zum Thema „Politiken der Romantik“ und die feierliche Preisverleihung des Novalis-Preises 2025 statt, beides kuratiert durch die Forschungsstelle Europäische Romantik der Universität Jena und konkret vorbereitet und realisiert durch Dr. Helmut Hühn und Prof. Dr. Johannes Grave . Es waren für den Preis 2025 exzellente Arbeiten eingegangen, insbesondere auch von Frau Dr. Julia Soytek (mit ihrer Dissertation zum Thema „Tautologiepoetik. Begründungen frühromantischer Formkunst im Grenzbereich moderner Kommunikation“) und Herrn Dr. Martin Ehrler (mit seiner Dissertation „Nicht-Landschaften. Zur Rezeption der Romantik bei Wolfgang Hilbig und Wolfgang Mattheuer“), deren Arbeiten von der Jury in die engere Wahl gezogen wurden. Mit dem Novalis-Preis wurde Dr. Raphael Stübe für seine Dissertation „Neoromantik der Jahrhundertwende. Transformationen eines romantischen Erzählmodells um 1900“ am 3. Mai 2025 ausgezeichnet. Es ist eine beeindruckende Entwicklung, dass die Einreichungen 2025 für den Novalis-Preis auf höchstem Niveau inhaltlich ein so breites Spektrum wissenschaftlicher Romantik-Forschung abbildeten. Das Mai-Treffen 2025 im Novalis-Schloss Oberwiederstedt am 3. und 4. Mai schloss sich an das wissenschaftliche Programm rund um die Preisverleihung an. Anliegen des Mai-Treffens war es in diesem Jahr insbesondere auch, sich für die Bürgerinnen und Bürger der Region zu öffnen und ein breitgefächertes Angebot an besonderen Veranstaltungen anzubieten, gemeinsam getragen durch die ING, den Trägerverein Klosterkirche Wiederstedt (Novalis-Taufkirche), die Forschungsstätte für Frühromantik, das Novalis-Museum Schloss Oberwiederstedt und die Erlebniswelt Museen e.V. So konnten gemeinsam zwei ausstrahlende Kulturtage in Oberwiederstedt gestaltet werden, die auf breites Interesse in der Region stießen. Die Angebote erstreckten sich über Lesungen, Vorträge, musikalische Höhepunkte bis zur Niederlegung eines Blumengebindes am Grab von Novalis’ Mutter. Der Vortrag von Frau Prof. Dr. Francesca Vidal „Die Sprache der Antisemiten“ griff ein brennendes Thema unserer Zeit auf und stimmte zugleich auf die Tagung der ING „Romantik im Netzwerk Demokratie“ ein, die für den Herbst 2026 geplant ist und deren Vorbereitung begonnen hat. Das Mai-Treffen war geprägt durch außerordentlich regen und konstruktiven Gedankenaustausch, der Impulse gab für die weitere Arbeit der ING. Allen Teilnehmenden sei herzlich für diese intensive und so bereichernde Mitarbeit gedankt! Lassen Sie uns auf diesem gemeinsamen Weg weitergehen! Augustin Coelestin Just über Friedrich von Hardenberg: Ich sollte sein Führer und Lehrer werden, aber er ward mein Lehrer. Nicht nur, daß ich selbst in denjenigen Fächern, wo ich ihn vielleicht durch Erfahrung und Uebung und Kenntnissen übertraf, alle meine Kraft aufbieten mußte, um seinem Forschungsgeiste, der sich mit dem Gemeinen, Bekannten und Alltäglichen nicht begnügte, sondern das Feine, das Tiefe, das Verborgene überall aufsuchte, einige Genüge zu leisten; sondern auch hauptsächlich, daß er mich mit sich fortriß, mich von den Fesseln der Einseitigkeit … befreite, mich zu den Idealen, die seinem Geiste immer vorschwebten … erhob und den fast entschlummerten ästhetischen Sinn in mir weckte. Augustin Coelestin Just: Friedrich von Hardenberg, in: Nekrolog der Teutschen für das neunzehnte Jahrhundert, hrsg. von Friedrich Schlichtegroll, Bd. 4, Gotha 1805, S. 187. Einen wichtigen Schwerpunkt in der Arbeit des Präsidiums der ING bildete der Beginn der Vorbereitungen auf die geplante wissenschaftliche Tagung „Romantik im Netzwerk der Demokratie“ im Herbst 2026. Mit diesem so bedeutsamen Thema stellt sich die ING, gemeinsam und in Kooperation mit der Stiftung „Wege wagen mit Novalis“, der Humboldt-Gesellschaft e.V., der Arbeitsgemeinschaft Literarischer Gesellschaften und Gedenkstätten e.V. und der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina, der gesellschaftlichen Verantwortung aller demokratisch Denkenden in Zeiten des bedrohten Friedens weltweit, indem sie an die Bedeutung der Diskursfähigkeit in der Romantik erinnert. Ziel ist es, sich in wissenschaftlicher Diskussion den Formen der Kommunikation der Romantik zu nähern, sie als wichtigen Teil des kulturellen Gedächtnisses zu begreifen, um dann – wie Novalis es fordert – gemeinsam zu erarbeiten, was sich daraus für unsere Gegenwart und Zukunft ergibt. Stilles Zurücktreten in sich selbst, leise Abwägung der mancherlei Verhältnisse des menschlichen Lebens und eine Bescheidenheit, die man fast nicht zu weit treiben kann, sowohl im innern als im äußern Leben, sind einige Hauptingredienzender wahrsten Philosophie des Lebens, deren vortheilhaften Einfluß man fast mehr im Ganzen als im Einzelnen bemerkt. Friedrich von Hardenberg an seinen Bruder Erasmus am 16. März 1793, Novalis Schriften, HKA Bd. 4, Abt. II, Nr. 35. Wir werden Sie im Laufe des kommenden Jahres über alle wichtigen Schritte auf dem Weg zur Tagung jeweils zeitnah informieren. Schwerpunkt für die Arbeit des Präsidiums war darüber hinaus die Vertiefung und akzentuierende Erweiterung der Zusammenarbeit mit unseren Kooperationspartnern . Insbesondere mit der Arbeitsgemeinschaft Literarischer Gesellschaften und Gedenkstätten e.V. der Forschungsstätte für Frühromantik und Novalis-Museum Schloss Oberwiederstedt , der Stiftung „Wege wagen mit Novalis“, der Forschungsstelle Europäische Romantik der Universität Jena, der Humboldt-Gesellschaft e.V. und hier speziell der Regionalvertretung Mansfelder Land der Humboldt-Gesellschaft, dem Landesheimatbund Sachsen-Anhalt e.V., dem Romantikmuseum Frankfurt a.M., dem Trägerverein Klosterkirche Wiederstedt (Novalis-Taufkirche) e.V., der Universität Halle-Wittenberg, Institut für Germanistik, und der Werkleitz Gesellschaft gelang es, gemeinsame Aktivitäten und Veranstaltungs-Höhepunkte zu gestalten. Exemplarisch sei hier erinnert an die gemeinsame Veranstaltung der Internationalen Novalisgesellschaft e.V. und des Trägervereins Klosterkirche Wiederstedt (Novalis-Taufkirche) e.V. Der Bauer an seinen Durchlauchtigen Tyrannen. Bauernkrieg 1525 # Bauern 2.0 , die in der erstmals als Veranstaltungsort genutzten Dorfkirche Unterwiederstedt zur Aufführung kam. Erasmus an seinen Bruder Friedrich am 6. Dezember 1794: Das Gefühl einen Bruder zu haben, auf den man sich selbst in Kleinigkeiten verlassen kann, unumstößlich fest verlassen kann, auf dessen Wort man wie auf Felsen bauen kann, tausche ich nicht um alle Güter und Schätze der Erde. Novalis Schriften, HKA Bd. 4, Abt. III, Nr. 16 Auch in der Kooperation mit dem Institut für Germanistik der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg gelang es, im Nachklang des Kolloquiums der ING „Wald – eine romantisch-realistische Ressource“ vom Mai 2024 und der Lesung von Gedichten des 18. Jahrhunderts durch Studierende der Universität unter dem Thema „Ausflüge in den vorromantischen Wald“, weiterführende Initiativen anzustoßen. Germanistik trifft Wanderlust ! Unter der Leitung von Dr. Christiane Holm haben Studierende einen literarischen Waldwanderweg entwickelt, der auf dem Iberg beim Heilbad Heiligenstadt eröffnet worden ist, und planen nun, gemeinsam mit Hettstedter Schulen einen Novalis-Märchen-Weg in Oberwiederstedt in Angriff zu nehmen. Auch dieses Projekt wird gemeinsam durch die Universität Halle-Wittenberg, die ING, die Forschungsstätte für Frühromantik und Novalis-Museum Schloss Oberwiederstedt, die Stiftung „Wege wagen mit Novalis“ und den Trägerverein Klosterkirche Wiederstedt (Novalis-Taufkirche) getragen und unterstützt werden. Ich producire am meisten im Gespräch …. Friedrich von Hardenberg am 24.02.1798 im Brief an August Wilhelm Schlegel Für die Außenwirkung der ING ist die Homepage der Gesellschaft von besonderer Bedeutung. Durch die Unterstützung und das so besondere Engagement der Mitarbeiterin des Novalis-Schlosses Frau Thodte gelang es, unsere Seite zu einem stets aktuellen und vielseitigen Informationsmittel rund um die Novalis-Gesellschaft weiter zu gestalten. Rückäußerungen, Anfragen, Vorschläge aus aller Welt und ganz besonders auch durch das Verfolgen der Homepage initiierte Beitrittserklärungen zur Gesellschaft bestätigen uns, hier auf dem richtigen Wege zu sein. Insbesondere bietet sich hier die Gelegenheit, ING-Mitgliedern und Persönlichkeiten, die der Gesellschaft nahestehen und sie tatkräftig unterstützen, zu besonderen Auszeichnungen herzlich zu gratulieren. Prof. Dr. em. Wolfgang Mieder wurde 2025 mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet, unser Mitglied Wilhelm Bartsch erhielt in diesem Jahr den Rainer-Malkowski-Preis und den Bremer Literaturpreis, unser Mitglied Prof. Dr. Jan Röhnert wurde vor wenigen Tagen mit dem Seume-Literaturpreis geehrt. Erinnern - bewahren - lebendig werden lassen ! Für ihr herausragendes, beispielgebendes Engagement bei Erhalt und Wiederbelebung der Klosterkirche Wiederstedt wurden Frau Maria Munk und unsere Mitglieder Landrat a.D. Hans-Peter Sommer, Jörg Kowalski, Mitglied des Präsidiums der ING und des Trägervereins Klosterkirche Wiederstedt (Novalis-Taufkirche) e.V., sowie Hans-Joachim Morcinitz, ebenfalls Mitglied der ING und des Trägervereins Klosterkirche Wiederstedt (Novalis-Taufkirche) e.V., durch den Engagementbotschafter Kultur des Landes Sachsen-Anhalt Prof. Antz mit dem Ottilien-Preis ausgezeichnet. Ihnen allen gelten unsere herzlichen Glückwünsche!
16. Dezember 2025
Jan Röhnert, Mitglied der Internationalen Novalisgesellschaft e.V., erhielt am 6. Dezember 2025 in Grimma für sein Buch „Wildnisarbeit. Schreiben, Tun und Nature Writing“ (2025 Arco Verlag, Wuppertal) den Johann-Gottfried-Seume-Literaturpreis 2025. Die Jury der Internationalen Johann-Gottfried-Seume-Gesellschaft "ARETHUSA“ e.V. hatte sich für das Werk von Jan Röhnert entschieden, weil sie zahlreiche Bezüge zwischen dem gesellschafts-kritischen Ansatz Johann Gottfried Seumes und dem essayistischen Werk von Jan Röhnert sah. Ausgezeichnet wird mit „Wildnisarbeit“ ein literarisches Sachbuch: Der Autor geht, denkt nach, reflektiert, ordnet ein und folgt so seiner Berufung, Erkenntnisse aus der Bewegung und dem Unterwegssein zu gewinnen. Er bleibt dabei der mitteldeutschen Region verbunden. Dazu gehören für ihn die letzten Leipziger Brachen in der Innenstadt, über die er notiert: „Brachen sind eine Tatsache, eine Wirklichkeit, der ich schreibend noch einmal Namen und Form gebe“, oder der Archipel Höhbeck, ein Niemandsland in den wendländischen Elbtalauen zwischen vier Bundesländern. Hier erfahren wir in „Wildnisarbeit“ von seinen Begegnungen mit den dort ansässigen Menschen und deren Engagement für Landschaft und Natur. Schließlich führt uns Jan Röhnert zu den ostthüringischen Streuobstwiesen und seinem Steinbruch: in die Landschaft seiner Kindheit. Er entdeckt für uns das Wilde direkt vor der Haustür, welches sich jeder Ordnung und Regel entzieht. Prof. Dr. Jan Röhnert Jan Röhnert, 1976 in Gera geboren, er ist Professor am Institut für Germanistik, Abt. Neuere deutsche Literatur der TU Braunschweig. Er hat Literaturwissenschaft, Deutsch als Fremdsprache, Romanistik und Erziehungswissenschaften studiert. Neben seinen literarischen Werken trat er als Übersetzer französischer und amerikanischer Lyrik hervor, u.a. der Robert Creeleys.
14. September 2025
Das durch die Kirchengemeinde St. Jakobi Hettstedt initiierte Theaterstück „Interview mit Ottilie Müntzer“ zum 500. Bauernkriegsjubiläum kam am 17. August 2025 in der Wiederstedter Klosterkirche St. Marien, der Taufkirche Novalis’, zur Aufführung, mit Andrea Ummenberger in der Rolle der Ottilie und musikalisch begleitet durch das Köthener Schloßconsortium. Im Rahmen der Veranstaltung wurde auch erstmalig d er Ottilien-Preis durch den Engagementbotschafter Kultur des Landes Sachsen-Anhalt, Prof. Dr. Christian Antz, verliehen. Unter den vier Preisträgerinnen und Preisträgern waren drei Mitglieder der Internationalen Novalis-Gesell schaft. Wer war Ottilie von Gersen, die Namensgeberin des Preises? Warum ist ihr Name mit dem Land Sachsen-Anhalt und speziell dem Landkreis Mansfeld-Südharz so eng verbunden? „Nonne [vermutlich auch in Wiederstedt], Ketzerfrau und Reformatorin [an der Seite ihres Mannes Thomas Müntzers in den schweren Jahren 1523–1525] zwischen überschwäng lichem Glauben, verzweifelter Märtyrerin und starker Frau, die zu ihrer Persönlichkeit findet und ein historisches Ereignis mitträgt“, so schreibt Sebastian Bartsch, Pfarrer der Kirchengemeinde St. Jakobi Hettstedt (St. Jakobi Online- Redaktion). Der Landkreis hat „viele Schätze“, die es lohnt zu erhalten, zugänglich zu machen, darüber mit Vielen ins Gespräch und ins Nachdenken zu kommen, so betonten der Minister für Wirtschaft und Forsten sowie Tourismus Sachsen-Anhalts, S. Schulze, und der Landrat des Landkreises Mansfeld-Südharz, A. Schröder, in ihren Ansprachen zur Festveranstaltung am 17. August 2025. Einen wichtigen, in vielen Fällen vor Ort ganz existenziell entscheidenden Beitrag hierzu leisteten und leisten ehrenamtlich Engagierte, die mit großer Einsatzbereitschaft ihre Kräfte für die Erschließung, den Erhalt und das Lebendigwerden dieser vielfältigen Schätze einsetzen. Für ihr herausragendes, beispielgebendes Engagement bei Erhalt und Wiederbelebung der Klosterkirche Wiederstedt wurden Maria Munk, Landrat a.D. Hans-Peter Sommer, Mitglied der ING, Jörg Kowalski, Mitglied des Präsidiums der ING und des Trägervereins Klosterkirche Wiederstedt (Novalis-Taufkirche) e.V., und Hans-Joachim Morcinitz, Mitglied der ING und des Trägervereins Klosterkirche Wiederstedt (Novalis-Taufkirche) e.V. durch den Engagementbotschafter Kultur des Landes Sachsen-Anhalt, Prof. Antz, ausgezeichnet.
20. Mai 2025
Drei ereignisreiche Tage, Novalis, der aktuellen Romantik-Forschung und dem lebendigen Weiterleben der Novalis- und Romantik-Tradition in Oberwiederstedt gewidmet, liegen hinter uns – durch vielfältige Veranstaltungen, Erlebnisse und Anregungen geprägt. Am 2. und 3. Mai 2025 fand an der Universität Jena, im wunderbaren Ambiente der ehrwürdigen Universität Jena (im Senatssaal und den Rosensälen), das diesjährige Kolloquium und die feierliche Preisverleihung des Novalis-Preises 2025 statt, beides kuratiert durch die Forschungsstelle für Europäische Romantik der Universität Jena und konkret vorbereitet und realisiert durch Herrn Dr. Helmut Hühn und Herrn Prof. Dr. Johannes Grave. Die Vorträge der jungen Romantik-Forscherinnen und -Forscher Frau Dr. Julia Soytek, zum Thema „Zur Poetologie des Tautologischen bei Friedrich Hegel, Tieck und Brentano“, Herr Dr. Martin Ehrler, zum Thema „Nicht-Landschaften. Zur Rezeption der der Romantik bei Wolfgang Hilbig und Wolfgang Mattheuer“ sowie Herr Dr. Raphael Stübe, zum Thema „Neoromantik der Jahrhundertwende. Transformationen eines romantischen Erzählmodells um 1900“ gaben einen beeindruckenden Einblick in die Breite der zum Novalis-Preis 2025 eingereichten Forschungsarbeiten. Als primus inter pares unter diesen drei Romantik-Forschenden wurde Herr Dr. Stübe am 3. Mai mit dem diesjährigen Novalis-Preis ausgezeichnet. Wir gratulieren Herrn Dr. Stübe von Herzen und wünschen ihm viel Erfolg für seine weitere Forschung. Ein von Herrn Dr. Hühn mit dem Preisträger geführtes Interview findne Sie hier . Die Preisverleihung wurde festlich umrahmt durch Grußworte der Ministerpräsidenten des Bundeslandes Thüringen, Herrn Mario Voigt, und des Bundeslandes Sachsen-Anhalt, Herrn Dr. Reiner Haseloff, den Kammerchor der Universität Jena mit A cappella-Gesang mit Werken aus der Novalis-Zeit sowie den Festvortrag „Zur Vermittlung der Romantik im Museum“ von Frau Prof. Dr. Anne Bohnenkamp-Renken. Auch hier können Sie sich über die Pressemitteilung von Herrn Dr. Hühn zur Preisverleihung detailliert informieren. Den Jenenser Kollegen Prof. Dr. Grave, Dr. Hühn, Frau Prof. Dr. Sandra Kerschbaumer sowie der Vizepräsidentin der Universität Jena, Frau Prof. Dr. Bärbel Kracke, und insbesondere auch Frau Dr. Hanna Delf von Wolzogen und Frau Prof. Dr. Bohnenkamp-Renken sei herzlich für ihr intensives Tätigwerden zu Kolloquium und Preisverleihung gedankt. Das Mai-Treffen 2025 im Novalis-Schloss Wiederstedt am 3. und 4. Mai schloss sich an das wissenschaftliche Programm rund um die Preisverleihung an. Anliegen des Mai-Treffens in Wiederstedt war es in diesem Jahr insbesondere, sich für die Bürgerinnen und Bürger der Region zu öffnen und ein breitgefächertes Angebot an besonderen Veranstaltungen anzubieten. Sie reichten vom gemeinsamen Lesen von Novalis-Texten unter der Moderation von Frau Charlotte Heinrich, über eine Führung durch Schloss und Gelände durch Dr. Steffen Schmidt (u.a. neu gestaltetes Freiberger Zimmer), den Vortrag mit Lesung von Wilhelm Bartsch „‘Die hohen Nächte grüßen‘ – Novalis und Wolfgang Hilbig“ über festliche Abendmusik am Flügel im großen Saal mit der Konzertpianistin Tatjana Seupt-Koljunova, einen stimmungsvollen musikalischen Sonntag-Morgengruß der Männer- und Frauen-Chöre Wiederstedt, Heiligenthal und Hettstedt in der Novalis-Taufkirche (Schloss Oberwiederstedt), die berührende Niederlegung eines Blumengebindes am Grab von Novalis-Mutter an der Taufkirche, mit Verlesung der Ansprache von Frau Dr. Heidi-Annemarie Pechmann zur Verlegung der Grabplatten-Kopie für Novalis’ Mutter durch die Tochter von Frau Pechmann bis zum Vortrag unseres ING-Mitgliedes Joachim N Heyme zum Thema „Novalis als Schutzgeist über unserer Zeit“. Der Vortrag von Frau Prof. Dr. Francesca Vidal „Die Sprache der Antisemiten“ griff ein brennendes Thema unserer Zeit auf und stimmte zugleich auf die Tagung der ING „Romantik im Netzwerk Demokratie“ (Arbeitstitel), die für den Herbst 2026 geplant ist und deren Vorbereitung begonnen hat, ein. Die Mitglieder-Versammlung selbst, eingebettet in das Programm des Maitreffens, war geprägt durch außerordentlich regen Gedankenaustausch der anwesenden ING-Mitglieder. Das gemeinsame Bestreben, die Arbeit der ING gemäß ihrem Auftrag weiter zu gestalten, spiegelte sich beeindruckend und manifestiert in zahlreichen konstruktiven Überlegungen und Vorschlägen auf eindrucksvolle Weise wider. Allen Teilnehmenden sei herzlich für diese intensive und so bereichernde Mitarbeit gedankt! Gedankt sei auch Herrn Dr. Steffen Schmidt und seinem Team, die so entscheidend zum Gelingen des Maitreffens beitrugen. Gedankt sei insbesondere auch Gästen, allen voran Frau Anja Lieding, der Ortsbürgermeisterin Wiederstedt, Herrn Andreas Koch, dem Leiter der Regionalvertretung Mansfelder Land der Humboldt-Gesellschaft, den Mitgliedern des Trägervereins, Herrn Landrat a.D. Hans-Peter Sommer, Herrn Pfarrer Sebastian Bartsch und der Kirchengemeinde Hettstedt, dem Männer- und Frauen-Chor Wiederstedt und Hettstedt unter Leitung von Frau Heidemarie Modde sowie Herrn Michael Pechmann und seiner Tochter. Insbesondere gilt der Dank aber auch den Mitgliedern des Präsidiums und der Geschäftsführung der ING, die sich so selbstverständlich, konstruktiv und prägend in das Maitreffen eingebracht haben. Wir nehmen viele Anregungen, Hinweise und inspirierende Überlegungen in unsere weitere Arbeit mit hinein. Ihnen allen herzlichen Dank und auf ein Wiedersehen 2026. Im Namen von Geschäftsführung und Präsidium der ING Prof. Dr. K. Richter Präsidentin der ING Halle, 05.Mai 2025 (Foto oben: Blick vom Park mit Skulpturen von Julia Rückert auf das NovalisSchloss, © Jörg Kowalski)
17. März 2025
(Bitte beachten Sie: Änderungen in der Reihenfolge und bei den Uhrzeiten sind möglich) 
von a7d7b6e3-82da-49b4-8b65-020e733c4f25 29. Januar 2025
In Memoriam Dr. med. Heidi-Annemarie Pechmann (13.10.1944 - 30.11.2024)
von a7d7b6e3-82da-49b4-8b65-020e733c4f25 16. Januar 2025
 Wenn nicht mehr Zahlen und Figuren Sind Schlüssel aller Kreaturen, Wenn die, so singen oder küssen, Mehr als die Tiefgelehrten wissen, Wenn sich die Welt in’s freie Leben, Und in die Welt wird zurückbegeben, Wenn dann sich wieder Licht und Schatten Zu echter Klarheit werden gatten, Und man in Märchen und Gedichten Erkennt die ewgen Weltgeschichten, Dann fliegt vor Einem geheimen Wort Das ganze verkehrte Wesen fort. Dieses Novalis-Gedicht findet sich in Ludwig Tiecks Bericht über die Fortsetzung des „Heinrich von Ofterdingen“.
von a7d7b6e3-82da-49b4-8b65-020e733c4f25 8. Januar 2025
Sehr verehrte, liebe Mitglieder der Internationalen Novalis-Gesellschaft, um zukünftige Projekte und Veranstaltungen der Internationalen Novalis-Gesellschaft ausreichend finanzieren zu können, haben wir einen ganz besonderen Novalisweis aufgelegt. So ist es möglich, dass Angenehme mit dem Nützlichen zu verbinden. Der Reingewinn aus dem Verkauf steht vollständig der Internationalen Novalis-Gesellschaft zur Verfügung. Die Trauben dieses besonderen edelsüßen Gewürztraminers entstammen der Lage Hambacher Schlossberg. Dieser Qualitätswein wird als einmalige Sonderedition von lediglich 1680 Flaschen ausgebaut und abgefüllt. Wir bieten den Mitgliedern der Internationalen Novalis-Gesellschaft an, diesen Wein zum Sonderpreis zu einem vergünstigten Preis zu erwerben: Sonderpreis für 6 Flaschen inkl. Versand und Verpackung: 99,80 € (15,15 €/Fl. + 8,90 €) Der Versand erfolgt nach Ablauf der Subskriptionsfrist ab Anfang Februar. Danach beträgt der Preis pro Flasche 17,90€. Bestellungen senden Sie bitte per Post oder E-Mail oder tätigen eine direkte Überweisung auf das Konto der Internationalen Novalis-Gesellschaft (Sparkasse Mansfeld-Südharz, IBAN: DE48 8005 5008 3390 0107 17) mit dem Kennwort "Novaliswein" im Betreff. Ferner bieten wir als zusätzlichen Service einen Gutschein zum Verschenken an Freunde oder Bekannte an. Nach Eingang des Gutscheins und der Buchung der Summe erfolgt der Versand direkt an den Inhaber des Gutscheines. Der Novalis-Wein für Nicht-Mitglieder kostet 17,90€/Fl. zzgl. Versand und kann über den Museumsshop im Schloss Oberwiederstedt bestellt werden. Wir würden uns über die Beteiligung an unserem Novalis-Wein-Projekt freuen und danken Ihnen schon jetzt für Ihre Unterstützung. Mit freundlichen Grüßen Jörg Kowalski Schatzmeister der ING
von a7d7b6e3-82da-49b4-8b65-020e733c4f25 8. Januar 2025
Bild: »Engel-Wiege-Putte« © Lutz Grumbach. Aus: Atlantis. Ein Märchen von Novalis. ISBN: 978-3-948190-20-0 Bestellbar per E-Mail im Museumsshop: schloss-oberwiederstedt@t-online.de (www.novalis-stiftung.de )
von a7d7b6e3-82da-49b4-8b65-020e733c4f25 17. Oktober 2024
Wilhelm Bartsch, Mitglied der Internationalen Novalis-Gesellschaft, erhält zwei der bedeutendsten deutschen Literaturpreise Der Rainer-Malkowski-Preis, den die Bayerische Akademie der Schönen Künste verleiht, geht im Jahr 2024 an den Lyriker Wilhelm Bartsch. Die Preisverleihung findet am Dienstag, dem 22. Oktober 2024, um 19 Uhr in den Räumen der Akademie in der Münchner Residenz statt. Die Laudatio auf Wilhelm Bartsch hält Michael Kleeberg. Der Rainer-Malkowski-Preis ist, mit einem Preisgeld von 30.000 Euro, einer der höchstdotierten deutschen Literaturpreise. Der Preis verdankt sich der 2005 gegründeten Stiftung zur Förderung deutschsprachiger Literatur und entspricht damit dem Wunsch des 2003 verstorbenen Lyrikers Rainer Malkowski. Am 20. Januar 2025 wurde Wilhelm Bartsch für seinen gerade erschienenen Gedichtband "Hohe See und niemands Land" der Bremer Literaturpreis 2025 verliehen. Wilhelm Bartsch Wilhelm Bartsch, geboren 1950 in Eberswalde, seit 1976 in Halle an der Saale lebend, veröffentlicht seit den achtziger Jahren vor allem Gedichte, aber auch Romane, Essays, Übersetzungen und Kinderbücher. Sein jüngster, meisterhafter Gedichtband „Hohe See und niemands Land“ (2024), erschienen im Wallstein Verlag, verblüfft durch den souveränen, ganz eigensinnigen Umgang mit Reim und klassischem Versmaß, mit einem so ironischen wie pathetischen Vexierspiel zwischen Shakespeare und deutscher Unheilsgeschichte, und hier erklingen sogar alte Formen wie Liebessonett oder Ballade in einem unerhörten Ton, als seien sie vollkommen neu: Gönn ich mir diesen Sommer noch und schreibe Von Shakespeare ab, dem Prospero des Glücks? In Form zu bleiben, Shakespeares Form, vertreibe Ich denn mit solchem Sturm die Zeitgeisttricks? http://www.rainer-malkowski.de/stiftung.html Über seinen Gedichtband Hohe See und niemands Land von 2024 schrieb Michael Kleeberg in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung : „Wer sich wie ich für einen halbwegs gebildeten Menschen gehalten hat, der lernt hier einiges, von dem er noch nie gehört hatte“. Den Inhalt beschreibt der Rezensent mit: „Gemeinsame Anschauung des Schönen wie des Unnennbaren und die unzerstörbare Kraft des Bild gewordenen, des den Moment bannenden Wortes. Und natürlich ist da auch noch, wie immer bei Bartsch, der Humor, vom feinen Schmunzeln bis zum krachenden Witz, mit dem man, wie ein Hund die Nässe, die Verzweiflung aus dem Pelz schütteln kann.“ Das Fazit lautet: „Seinen Pairs gilt Bartsch schon längst als einer der originellsten und bedeutendsten Lyriker der Gegenwart.“ © https://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Bartsch_(Schriftsteller) Wilhelm Bartsch ist ordentliches Mitglied der Sächsischen Akademie der Künste , der Literarischen Gesellschaft Thüringens , der Internationalen Novalisgesellschaft , der Wolfgang-Hilbig -Gesellschaft und seit 2015 Ehrenmitglied der Union der Schriftsteller Armeniens . Foto: © Matthias Ritzmann, Wikimedia Commons
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