Aktuelles um die ING, Kooperationspartner, Projekte und Veranstaltungen


Die Anwesenheit von Abwesenheit

31.​07.​2026 bis 04.​10.​2026


Erlebniswelt Museen e. V. lädt gemeinsam mit dem Trägerverein Novalis-Taufkirche e. V. zur Fotoausstellung „Die Anwesenheit von Abwesenheit“ ein und nimmt Besucherinnen und Besucher mit auf eine Reise, die Faszination verlassener Orte aus ganz unterschiedlichen fotografischen Perspektiven zu entdecken.

 

Die Ausstellung wird am 31. Juli 2026 um 17 Uhr im ehemaligen Inspektorhaus am Novalis-Schloss in Oberwiederstedt eröffnet und kann während des Heimatfestes Wiederstedt am 1. August 2026 von 10 bis 17 Uhr sowie am 2. August 2026 von 9 bis 15 Uhr kostenfrei besichtigt werden. Darüber hinaus bleibt die Ausstellung bis zum 4. Oktober 2026 bestehen und ist während der Öffnungszeiten des Novalis-Museums auf Anfrage zugänglich.


Sogenannte Lost Places üben auf viele Menschen eine besondere Faszination aus. Es sind Orte, an denen menschliche Präsenz verschwunden ist und dennoch überall spürbar bleibt.


Sie erzählen Geschichten von Wandel, Vergänglichkeit und Neubeginn, dienen als Orte der Erinnerung und zeigen, wie das vom Menschen Geschaffene durch die Natur verändert und neu geprägt wird.

 

Fünf leidenschaftliche Fotografen präsentieren ihre ganz persönlichen Blickwinkel auf verlassene Industrieanlagen, ehemalige Militärstandorte und leerstehende Wohnhäuser; alles Orte, an denen die Zeit scheinbar stehen geblieben ist. Es geht dabei aber weder um spektakuläre Kulissen, noch um den Reiz des Verbotenen.

Die Fotografien machen deutlich, dass verlassene Orte weit mehr sind als leere Gebäude. Sie dokumentieren den Wandel gesellschaftlicher und politischer Systeme, erzählen von vergangener Industrie- und Alltagskultur und zeigen eindrucksvoll, wie sich verlassene Räume verändern und neu inszenieren lassen. Darüber hinaus machen sie sichtbar, wie sich die Natur Schritt für Schritt die leeren Gebäudehüllen zurückerobert.

 

Für diese Ausstellung bildet das ehemalige Inspektorhaus neben dem Novalis-Schloss den idealen Rahmen, denn es ist selbst dem Wandel der Zeit unterworfen. Das im 19. Jahrhundert errichtete Gebäude diente einst dem Gutsinspektor als Verwaltungs- und Wohnhaus, war später ausschließlich Wohnhaus und ist seit vielen Jahren nun selbst ein Lost Place. Für die Dauer der Ausstellung erwacht dieser besondere Ort noch einmal zu neuem Leben.

 

Die Ausstellung wird durch zahlreiche Sponsoren ermöglicht. Unser besonderer Dank für die finanzielle Unterstützung gilt Michael und Petra Sboralski und der Sboralski Stiftung, dem Landkreis Mansfeld-Südharz sowie HMT Höfer Metall Technik.

Einladung zum Verleihung des Ottilien-Preises 2026
durch die Evang. Kirchgemeinde St. Jakobi Hettstedt




Starke Frauen unter diesem Motto soll 2026 zum zweiten Mal der Ottilien- Preis in der Klosterkirche Wiederstedt verliehen werden. Der Preis erinnert an Ottilie von Gersen, die mit dem Bauernkriegstheologen Thomas Müntzer verheiratet war. Als Nonne verbrachte sie wohl eine Zeit im Kloster.

Die Auszeichnung erinnert an die vielen mutigen Reformatorinnen, deren Lebensleistungen für uns in der Geschichte nur schemenhaft erhalten geblieben sind. Gesellschaftliches Miteinander lebt auch in unseren Tagen vom belastbaren, bürgerschaftlichen Engagement. So wurde durch ein Gremium die langjährige Vorsitzende des LandfrauenVerbandes Sachsen-Anhalt, Frau Katrin Drechsler, nominiert. Die Vereinten Nationen haben das Jahr 2026 zum Internationalen Jahr der Frauen in der Landwirtschaft (International Year of the Woman Farmer) erklärt. Dies soll den unverzichtbaren Beitrag von Landwirtinnen zur globalen Ernährungssicherheit, Nachhaltigkeit und wirtschaftlichen Entwicklung zum Tragen bringen. Die UN teilt dazu mit: Frauen leisten weltweit einen massiven Teil der landwirtschaftlichen Arbeit, werden aber oft als "mithelfende Familienangehörige" statt als Betriebsleiterinnen wahrgenommen. Das muss sich ändern. Frau Altbürgermeisterin Jutta Fischer (Lutherstadt Eisleben) wird die Laudatio halten und über den LandfrauenVerband im Land und im Landkreis Mansfeld-Südharz berichten. Die Ministerin für Arbeit und Gleichstellung Sachsen-Anhalt, Frau Petra Grimm-Benne, wird die Auszeichnung vornehmen. Die Ehrung findet im geistlichen Rahmen mit anschließendem Empfang am 28.06., 16:00 Uhr statt (Schäfergasse 4, 06456 Arnstein).



Ottilien-Preis 2026

„Klangsinn, Charme, Eleganz - Chopin & Frankreich“

25. September 2026, 15.00 Uhr
Veranstalter: Goethe-Gesellschaft Erfurt e.V.
Ort: Novalis-Museum Schloss Oberwiederstedt


Ein Nachmittag voller Klang, Gefühl und Stil

 

Das Duo Vimaris nimmt Sie mit auf eine musikalische Reise in die Welt der Pariser Salons – elegant, lebendig und überraschend aktuell.

Unter dem Titel „Klangsinn, Charme, Eleganz“ trifft die emotionale Tiefe Frédéric Chopins auf den feinen Esprit Frankreichs. Entdecken Sie ein Programm voller Kontraste: mal leicht und verspielt, mal intensiv und virtuos – immer ausdrucksstark und berührend.

Freuen Sie sich auf Musik, die bewegt, inspiriert und den Moment besonders macht – interpretiert mit viel Feingefühl und Leidenschaft vom Duo Vimaris.

 

Anmeldungen unter: 03476-852720 oder

schloss-oberwiederstedt@t-online.de


„Lotte Zimmer oder Hölderlin tanzt
Eine Frau pflegt und beherbergt einen verrückten Dichter. Nähe und Ferne
10. Oktober 2026, 16.00 Uhr
Veranstalter & Ort: Novalis-Museum Schloss Oberwiederstedt


Lesung mit Vicki Spindler

 

Der Dichter Friedrich Hölderlin wird 1806 in die Tübinger Nervenheilanstalt eingewiesen. Zerbrochen an einer Welt, die ihn und seine hehren Ideale nicht brauchen kann, sperren ihn seine Verwandtem weg und ein. Den Tischlermeister Ernst Zimmer, der Hölderlins „Hyperion" las, dauert der Dichter und so holt er ihn 1807 zu sich nach Hause. Nach des Vaters Tod übernimmt Tochter Charlotte (Lotte) Zimmer wie selbstverständlich die Pflege des Dichters. 

 

Wie war sie, die Lotte? Welche Gedanken und Gefühle mag sie gehabt haben, die dem kranken Poeten über so viele Jahre eine letzte Zuflucht, ja Heimat bot? Wie lebte es sich mit dem irren Hölderlin unter einem Dach?

Anmeldungen unter: 03476-852720 oder
schloss-oberwiederstedt@t-online.de




Papiertheater - „Kleider machen Leute“
18. November 2026, 14.30Uhr
Veranstalter & Ort: Novalis-Museum Schloss Oberwiederstedt


Bühne, Lesung, Gesang und Hakenharfe: Ulrike Richter


Die berühmte Novelle von Schein und Seit ist seit ihrer Entstehung unverändert aktuell geblieben. Im reichen Städtchen Goldach hält man den armen Schneider Wenzel Strapinsky für einen reichen polnischen Grafen. Die Liebe zu Nettchen, der Tochter des Amtsrates, verleitet ihn, die Posse mitzuspielen. Als er schließlich entlarvt wird, erkennt Nettchen in ihm einen braven, unbescholtenen Charakter und heiratet ihn trotzdem. Beide gehen einem behaglichen Bürgerleben entgegen. 

 

Wer sind wir, was stellen wir dar – und was hat Bedeutung in unserem Leben? Gottfried Keller parodiert in der Geschichte biedermeierliche Trivialromantik mit realistischem Blick auf menschliche Unzulänglichkeiten, bürgerliches Standes- und Finanzgebaren und die Absurditäten unserer Existenz. „Kleider machen Leute“ ist reich an Verweisen auf literarische und historische Kontexte. Der feine Witz und vielfältige Zwischentöne erhöhen das poetische Vergnügen.

 
Anmeldungen unter: 03476-852720 oder schloss-oberwiederstedt@t-online.de


Der Bauer an seinen Durchlauchtigen Tyrannen  

- Bauernkrieg 1525 # Bauern 2.0 


Eine gemeinsam Veranstaltung der Internationalen Novalisgesellschaft e.V und des Trägervereins Klosterkirche St. Marien Wiederstedt-Novalis-Taufkirche e.V. 




Am 30.08.2025 wurde in der gründerzeitlichen Unterwiederstedter Dorfkirche eine szenische Collage zum Bauernkrieg durch die Sprechbühne Kaulenberg e.V. aufgeführt. Erstmals wurde die Unterwiederstedter Dorfkirche für eine Veranstaltung genutzt. Im Anschluss an die gut besuchte Aufführung kam es zu interessanten Gesprächen zwischen den überwiegend aus Wiederstedt stammenden Zuschauern und den Studenten. 


2025 jähren sich das Ende des deutschen Bauernkrieges und der Todestag Thomas Müntzers zum 500sten Mal.


Anlass für die Sprechbühne Kaulenberg e.V. aus Halle (Studierende im Bachelor- und Masterstudiengang Sprechwissenschaft der Martin-Luther-Universität Halle), sich auf Spurensuche zu begeben in literarischen Texten, historischen und aktuellen Dokumenten zur Situation der Bauern damals wie heute. Unterstützt wurden die Studierenden vom Leipziger Klangkünstler, Musiker und Komponisten Erwin Stache.

Die Produktion wurde vom Landeskunstmuseum Moritzburg Halle (Saale) gefördert und ist Teil des Rahmenprogramms zur Ausstellung Planetarische Bauern und der Landesausstellung Sachsen-Anhalt Gerechtigkeyt 1525


Eine besondere Verknüpfung zwischen den Ereignissen des Bauernkrieges und Wiederstedt erwächst aus der Tatsache, dass die spätere Ehefrau von Thomas Müntzer, Ottilie von Gersen, Nonne im Marien-Kloster Wiederstedt war. 


„Wiederstedter Chronik“ – ein neues Heimatbuch


Titebild des neuen Heimatbuches „Wiederstedter Chronik“

Die „Wiederstedter Chronik“ ist ein neues Heimatbuch im Umfang von 630 Seiten mit mehr als 300 Bildern, darunter eine Vielzahl von historischen Ansichtspostkarten. Das Buch erscheint im November/Dezember 2025 zum Preis von ca. 60 bis 70 Euro (in Abhängigkeit von der Auflagenhöhe) und eignet sich damit auch als Weihnachtsgeschenk. Der Autor ist 

Ortschronist Peter Puschendorf. Herausgeber ist der Trägerverein Klosterkirche Wiederstedt 

(Novalis-Taufkirche) e. V.


Das Buch ist in 30 Abschnitte unterteilt und informiert über die Vorgeschichte des Ortes Wiederstedt, wie Steinzeit, Bronzezeit, Eisenzeit usw., erste urkundliche Erwähnung und die Geschehnisse in den folgenden Jahrhunderten bis zur Gegenwart. 

Dem schließen sich gesonderte Kapitel über Kloster, Bergbau, Kirchen, Schulen, Novalis, Feuerwehr, Vereine und anderes an. Weitere Schwerpunkte sind u. a. Kriegszeiten, so der Dreißigjährige Krieg, Franzosenkriege, die beiden Weltkriege, die Pestzeit 1681/82, Stadtbrände, Gewässer, Unwetter, Unfälle und Überschwemmungen, Erinnerungen von Zeitzeugen, 

Kindereinrichtungen, Gasthöfe u.a. m.

Verbindliche Bestellungen nehmen ab sofort entgegen:


  • TV Klosterkirche Wiederstedt e.V. unter Tel. 01517/0112438
  • Das Novalis-Museum Schloss Oberwiederstedt unter Tel. 03476/852720
  • Zusätzlich dazu liegt in der Bäckerei Hannig, Wiederstedt eine Bestellliste aus.

Baumpflanzung Trägerverein Klosterkirche Wiederstedt e.V


… am 1. Juli 1770 wird die Hochzeit [von Heinrich Ulrich Erasmus Freiherr von Hardenberg und Auguste Bernhardine von Bölzig] in Wiederstedt gefeiert, am Nachmittag dieses Tages ließ er [Heinrich Ulrich Erasmus Freiherr von Hardenberg] in dem Garten daselbst eine Allee von jungen Linden pflanzen, die heute seinen Urenkeln Schatten geben. 


[Sophie von Hardenberg (1883): Friedrich von Hardenberg, genannt Novalis. Eine Nachlese aus den  Quellen des Familienarchivs. Hrsg.: U. Taschow, Leipzig 2018, S. 40. 

  • Sophie von Hardenberg (1821–1898), Tochter von Georg Anton von Hardenberg (1781–1825,  
    dem jüngeren Bruder Friedrich von Hardenbergs) und seiner Ehefrau Anna Margarethe,
    geb. von Witzleben (1783–1853).] 

 


Schloss und Gutsanlage Wiederstedt sind eingebettet in ein grünes Umfeld – der Schlosspark gegenüber dem Hauptportal mit der Lindenallee und Blauem Garten, der Rosengarten auf der Schlossterrasse zur Seite des Schlosses, der in eine Parkanlage übergeht, der kleine Garten mit Brunnen und hoher, uralter Kastanie, der sanft eingewachsene alte Friedhof an der Klosterkirche St. Marien, der Taufkirche Novalis‘.  


Der herrliche alte oder nach den Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs nachgepflanzte Baumbestand des Geländes wurde am 26. August 2025 um eine, heute noch kleine, Eiche erweitert – vor der Klosterkirche und unweit der Grabstätte der Mutter Novalis‘. Die Mitglieder des Trägervereins Klosterkirche St. Marien Wiederstedt Novalis Taufkirche e.V. griffen hierzu zu Spaten und Gießkannen und pflanzten den kleinen Baum am historischen Ort.





Nachdem die Arbeiten an der Novalistaufkirche weitgehend abgeschlossen waren und die Kirche durch die ev. Kirchengemeinde wieder in Dienst gestellt wurde, hat sich der Wiederstedter Trägerverein weiteren Zielen auf dem Schlossgelände zugewendet. Mit der Rekonstruktion des Renaissance-Kornspeichers (Ostteil der Novalis-Taufkirche) ist ein wichtiger Schritt auf diesem Weg bereits gelungen. Mit der Pflanzung der kleinen Eiche ein weiterer.
Dem Trägerverein wie der der kleinen Eiche gilt unser Wunsch: vivat, crescat, floreat!  


Germanistik trifft Wanderlust


Das Kolloquium der ING "Wald - eine romantisch-realistische Ressource" vom Mai 2024 und die "Ausflüge in den vorromantischen Wald" (Lesung von Gedichten des 18. Jahrhunderts durch Studierende der Universität Halle-Wittenberg) haben noch weiter "grün ausgeschlagen". Studierende der MLU unter der Leitung von Dr. Christiane Holm haben einen literarischen Waldwanderweg entwickelt, der auf dem Iberg nahe des thüringischen Heilbads Heiligenstadt eröffnet worden ist. An mehreren Stationen können Wanderer dort künftig Audiobeiträge mit Literatur aus dem 19. Jahrhundert (u.a. Jakob und Wilhelm Grimm, Heinrich Heine und Theodor Storm) abrufen.


Flyer "Literarische Waldwanderung"

Gaudeamus igitur ...


Matthias Erben

feierte kürzlich sein 70. Jubiläum und erhielt die Glückwünsche der Internationalen Novalis-Gesellschaft durch die Präsidentin Prof. Dr. rer. nat. Karin Richter, die ihm damit für mehr als drei Jahrzehnte Treue und überaus schöpferische Mitgliedschaft seit der Gründung der Gesellschaft dankte.


Matthias Erben © ING 2025


Es ist eine besondere Geschichte, die den besonderen Musiker mit dem Aufbau und mit der Entwicklung von Schloss Oberwiederstedt zu einem „Romantik-Standort“ verbindet. Den ersten konzertanten Nachmittagen im Foyer des Schlosses, das noch Baustelle war, folgten in den bald nutzbaren Räumen des Obergeschosses Konzertabende. Die musikalischen Streifzüge durch die Jahrhunderte erhielten ihren besonderen Charme durch die Moderation des Konzertmeisters Matthias Erben und faszinierten so ein zunehmend größeres und immer begeistertes Publikum. „Musik setzt alles in Bewegung“, so hatte es schon Novalis empfunden. Mit dieser dynamischen, überaus kreativen Atmosphäre gewann Novalis' Geburtshaus sein eigenes Profil: Die Bürger des Mansfelder Landes nahmen es mehr und mehr als ihr eigenes „Zuhause“ wahr.

Es etablierte sich eine eigene Programmreihe, in der sich auch Poesie und Musik verbanden. Vor allem aber führte sie Menschen aus der Region und gleichermaßen aus aller Welt zusammen.


Ob das Festival der Märchen oder internationale wissenschaftliche Fachtagungen, ob die feierliche Begleitung der Errichtung der Stiftung „Wege wagen mit Novalis“, das große Konzert junger Musiker zum 250. Geburtstag des Dichters in dessen Taufkirche, in allem ist die heitere Professionalität des Konzertmeisters zu spüren, durch die im In- und Ausland der Name Wiederstedt für einen lebendigen Ort des Zusammenwirkens von Wissenschaft, Literatur, Künsten - und Musik steht.


Für die großartige Zusammenarbeit danke ich Matthias Erben sehr herzlich, und ebenso den Mitgliedern seiner Familie Frau Professor Mathilde Erben und Dr. Cornelia Toaspern.


Gabriele Rommel, im Juni 2025


Spendenaufruf des Trägervereins Klosterkirche St. Marien Wiederstedt


zur Erhaltung des Kornspeichers an der Novalis-Taufkirche in Wiederstedt


Der Kornspeicher an der Novalis-Taufkirche steht in der Liste der geschützten Kulturdenkmale in Sachsen-Anhalt.              

Um 1250 wurde die gotische Kirche als langgestrecktes, einschiffiges Bauwerk für die Nonnen des Augustinerinnen-Eremitenklosters errichtet. Nach der Reformation entstand im westlichen Teil die heutige Schlosskirche (Novalis Taufkirche).

Der östliche Teil wurde 1524/25 säkularisiert und zur wirtschaftlichen Nutzung zum Kornspeicher umgebaut. Die Holzkonstruktion im Inneren ist ein herausragendes Zeitzeugnis und ein Meisterwerk der konstruktiven Holzverarbeitung. Es gibt nur wenige erhaltene ehemalige Kirchengebäude, die als ein Bauwerk errichten und durch Veränderungen der gesellschaftlichen Verhältnisse unterschiedlichen Nutzungszwecken dienten.

Die in den 1990er Jahre erfolgte Neueindeckung des Daches ist eine entscheidende Voraussetzung dafür, dass der Kornspeicher noch erhalten und nutzbar ist.
Die Resonanz auf die seit 2023 im Kornspeicher durchgeführten Veranstaltungen und das starke Interesse von Besuchern des Schlosses am Kornspeicher haben uns dazu angeregt Fördermittel für die Erhaltung und Sicherung der Bausubstanz im Rahmen des Leader-Förderprogramm zu beantragen. Dieser Antrag wurde unter der Beschlussnummer LAG MSH/053/24  bewilligt. Es ist vorgesehen, das Außenmauerwerk und die Stützpfeiler zu sanieren sowie Fenster und Türen in den beiden unteren Etagen einzubauen. Diese Maßnahmen gewährleisten eine umfassendere kulturelle Nutzung des Kornspeichers in den kommenden Jahren.



Der Fördermittelbescheid umfasst eine Summe von 195 T€ von der 20 % (39 T€) als Eigenanteil durch unseren Verein zu erbringen sind.

  




Wir bitten Sie, uns bei der Bereitstellung der notwendigen Eigenmittel zu unterstützen. Ihre Spende können Sie auf unser Vereinskonto bei der 


Sparkasse Mansfeld Südharz

IBAN DE 46 8005 5008 3341 0003 39,

BIC NOLADE21EIL

Verwendungszweck: Erhalt Kornspeicher



Überweisen. Spendenquittungen werden durch den Trägerverein ausgestellt.

Spender ab 100 € werden auf einer Gedenktafel gewürdigt.

 

 

Hans-Joachim Himmel  (Vereinsvorsitzender)
Jörg Kowalski  (stellv. Vereinsvorsitzender)



Fotos vom Bauzustand

Wolfgang Mieders Bundesverdienstkreuz


Am 3. April 2025 wurde das Bundesverdienstkreuz am Bande an Professor Doktor Emeritus Wolfgang Mieder in Burlington, Vermont (USA) vom deutschen Konsulat für Neuengland im Auftrag des Bundespräsidenten der Bundesrepublik Deutschland in Anerkennung seiner langjährigen Verdienste als brückenbauender Lehrer, Literaturwissenschaftler und Förderer der deutschen Sprache und Kultur verliehen. 1944 in der Nähe von Leipzig geboren, ist er 1949 mit seinen Eltern und sei￾ner Schwester nach Lübeck umgezogen. Im August 1960 fuhr er nach Detroit, Michigan, in den Vereinigten Staaten. Was ursprünglich für ein Jahr als Austauschschüler geplant war, weitete sich zum Studium der Germanistik in Michigan aus, woraus später eine wissenschaftliche Karriere an der University of Vermont wurde, wo er seit 1971 bis 2021 unterrichtete und von 1978 bis 2008 Leiter der Abteilung für Germanistik und Slavistik war.


Seit 1970 hat Wolfgang Mieder über 250 Bücher geschrieben oder herausgegeben und mehr als 600 Artikel veröffentlicht, wobei es auch einen Bezug zu Novalis gibt, nämlich den gemeinsam mit mir verfassten Aufsatz "'Zollfrey sind Gedanken doch': Sprichwörtliches in Friedrich von Hardenbergs (Novalis) Werken," [in Proverbium 37 (2020): 173-206]. Zu den vielen Ehrungen in seiner Berufslaufbahn gehören, um nur einige zu nennen, Ehrendoktorate an Universitäten wie Athen und Bukarest sowie der Europäische Märchenpreis. Das Bundesverdienstkreuz gilt als besonders hohe Auszeichnung insbesondere seinen weltbürgerlichen Beiträgen zur Völkerverständigung, die sowohl in seinen zahlreichen Arbeiten zur internationalen Sprichwörterforschung als auch in seiner weltweiten finanziellen Unterstützung von Studenten und Kollegen zu sehen sind. Als erstem wurde mir durch die private Stiftung die „Wolfgang and Barbara Mieder Green and Gold Professor of German" zuerkannt. So war es mir zwischen 2013 und 2017 möglich, zu den von der Internationalen Novalis Gesellschaft veranstalteten wissenschaftlichen Tagungen nach Deutschland zu reisen und als ihr Präsident auch vor Ort zu sein.

Mein ganz persönlicher herzlichster Dank sowie der meiner Kolleginnen und Kollegen im Präsidium der Gesellschaft gilt stellvertretend für alle Mitglieder dem Wissenschaftler und Freund.


Dennis F. Mahoney

Burlington im April 2025





Kultur im Kornspeicher


Eine neue Veranstaltungsreihe des „Trägervereins Klosterkirche St. Marien

(Novalis Taufkirche) e.V.“



Nachdem die Arbeiten an der Novalistaufkirche weitgehend abgeschlossen waren und die Kirche durch die ev. Kirchengemeinde wieder in Dienst gestellt wurde, hat sich der Wiederstedter Trägerverein neu formiert. Er will sich in Zukunft, durch zahlreiche neue Mitgliedern aus dem Ort verstärkt, dem Erhalt und der Revitalisierung des Novalisschloss-Umfeldes zuwenden. Der Renaissance-Kornspeicher (Ostteil der Novalis-Taufkirche) und das leerstehende Inspektorhaus, zwischen Park und Schloss gelegen, wurden von der Kommune dem Verein übertragen.

Zusätzlich unterstützen Mitglieder des Vereins das Novalismuseum durch Übernahme von Wochen-enddiensten, um die schwierige Personalsituation des Museums zu lindern.

Ein wesentlicher neuer Teil der Arbeit des Trägervereins ist die Organisation von kulturellen Veranstaltungen für das Dorf. Hierfür wurde die Reihe „Kultur im Kornspeicher“ ins Leben gerufen. Geplant sind Konzerte, Kinoveranstaltungen und Lesungen.



Am 03. August 2024 fand, eingebettet in das Programm des Wiederstedter Heimatfestes, eine Lyriklesung statt. Die ING-Mitglieder Wilhelm Bartsch (Mitglied der Sächsischen Akademie der Künste – sein neuer Gedichtband „Hohe See und Niemandsland“ ist im Frühjahr im Waldsteinverlag Göttingen erschienen) und Prof. Jan Röhnert (Lyriker und Literaturwissenschaftler an der TU Braunschweig – neben Gedichtbänden erschien zuletzt sein Buch „Vom Gehen im Karst“ in der Reihe Naturkunde des Verlages Matthes & Seitz Berlin) trugen poetische Texte mit Bezug auf den Harz vor.

 Wilhelm Bartsch (l.) und Jan Röhnert



Die beiden Dichter trafen mit ihrer dem „Nature Writing“ zuzuordnenden Poesie den Nerv des Publikums. Einige der Dorfbewohner besuchten zum ersten Mal eine Lyriklesung und waren begeistert. Es bleibt zu hoffen, dass sich diese Reihe, wie vorgesehen, etabliert und fester Bestandteil der lokalen Kulturszene wird.

 

Jörg Kowalski

 






Werkleitz Festival 2023 „Mein Schatz
2. - 18. Juni 2023


Das Werkleitz Festival 2023 Mein Schatz, verortet im Mansfelder Land, fragt nach neuen und alten, materiellen wie ideellen Werten in einer sozialgeographischen Situation, die spezifisch und zugleich exemplarisch zu sein scheint für eine weltweit zu beobachtende Krise der extraktivistischen Wirtschaftsweise. Austragungsort des Festivals ist das Areal des einstigen Dominikanerinnenklosters in Wiederstedt, zu dessen Gebäudeensemble auch die Forschungsstätte für Frühromantik und das Novalis-Museum Schloss Oberwiederstedt gehört.

Ausstellung - Filme  -  Spaziergänge


Werkleitz hat zehn international agierende Künstler:innen, eine Kuratorin und einen Landschaftsforscher eingeladen, auf die komplexe Gemengelage von Fragen zu reagieren, die sich beim Betrachten der Situation im Mansfelder Land einstellen:
 


Ana Alenso (VE/DE), Mabe Bethônico (BR/CH), Karsten Bott (DE), Viktor Brim (UZ/DE), Felicitas Fäßler (DE), Lars Fischer (DE), Juliane Henrich (DE), Stephanie Kiwitt (DE), Barbara Marcel (BR/DE), Agnieszka Polska (PL/DE), Lena Reisner (DE), Egil Sæbjörnsson (IS/DE)

Informationen zum Werkleitz Festival Mein Schatz unter: https://werkleitz.de/mein-schatz/




Novalis-Taufkirche mit restauriertem Uhrwerk wieder in Dienst gestellt


Die ING unterstützte den Spendenaufruf der evangelischen Kirchengemeinde St. Jakobi Hettstedt, des Trägervereins Klosterkirche St. Marien Wiederstedt Novalis-Taufkirche e.V. und des Kuratoriums Novalis-Geburtshaus Schloss Oberwiederstedt e.V. zur Erneuerung der Turmuhr der Novalistaufkirche. Insgesamt sind 32.320 € Spendengelder eingegangen! Neben vielen Einzelspenden von Privatpersonen und der politischen Gemeinde ermöglichte vor allem das testamentarische Vermächtnis über 25.000 € von Frau Gisela Paul, geb. Grotsch aus Sandersleben die Finanzierung der geplanten Arbeiten. Mit der Spendensumme konnten das historische Uhrwerk restauriert, die beiden Ziffernblätter vollständig erneuert und in die Holzdecken des Turmes die Öffnungen für die steinernen Uhrengewichte geschaffen werden. Wir danken allen Spendern!


Das technikgeschichtlich bedeutende Tagesuhrwerk mit Viertel-, Halb- und Vollschlagwerk wurde in der Werkstatt des Uhrenrestaurators Helmut Ebert sachkundig restauriert und ergänzt. Die umgesetzten Glocken aus der Unterwiederstedter Kirche dienen nun als Anschlagglocken der Uhr. 

Eine besondere Überraschung bei der Restaurierung der Uhr war der Fund einer bisher unbekannten Inschrift auf dem oberen Querriegel des Uhrwerkes. Bisher wurde angenommen, dass das Uhrwerk aus der Zeit um 1850 stammt. Die nun gefundenem Inschriften aus dem Jahr 1800 belegen eindeutig: die Turmuhr ist eine Stiftung von Heinrich Ulrich Erasmus von Hardenberg und wurde noch zu Novalis Lebzeiten in Gang gesetzt. 

Pünktlich zum 250. Novalisgeburtstag am 2. Mai 2022 wurden der restaurierte Innenraum der Kirche und die Turmuhr mit den beiden Ziffernblättern fertiggestellt. Die historische Uhr, ohne jegliche moderne technische Zutaten, muss täglich aufgezogen werden. Diese Aufgabe übernahm Hans Joachim Morcinietz, der als Jugendlicher einer der Hauptakteure bei der Rettung des Novalis-Schlosses war und nun als Rentner zum „Herr der Wiederstedter Zeit“ wird.


Die im 13. Jahrhunderts erbaute Klosterkirche St. Marien in Oberwiederstedt (Novalistaufkirche) war 1976 wegen ihres desolaten Zustandes und drohender Einsturzgefahr außer Dienst gestellt worden und verfiel. Die nach 1990 ausgeführten Sicherungs- und Restaurierungsmaßnahmen zur Revitalisierung der Kirche bewogen die evangelische Kirchengemeinde dazu, die gründerzeitliche Kirche in Unterwiederstedt zu verkaufen und die Novalistaufkirche wieder in Dienst zu stellen. 

Die Entwidmung der Unterwiederstedter Heilig-Kreuz-Kirche und feierliche Wiederindienststellung der Novalistaufkirche erfolgte am 4. September 2022 im Rahmen eines festlichen Gottesdienstes. 

.